Mit dem Balthazar hat Holger Zurbrüggen vor einem
Jahr den Schritt in die Selbstständigkeit getan. Selbständig ist hier auch sein
Küchenstil, den er als „metropolitan" definiert: Selbstbewusstes Spielen mit
weltweiten Einflüssen auf einer heimischen mitteleuropäischen Basis. Mit
Gerichten von Sashimi bis gebackenem Rentier spielt er gekonnt mit Klassikern,
die er individuell interpretiert.
Koch wollte er schon immer werden, denn sein Leben
spielte sich von klein auf in der Küche des elterlichen Restaurants im
Münsterland ab. Obwohl die ihren Sohn lieber als Hotelfachmann gesehen hätten,
führte ihn sein Weg nach abgeschlossener Kochlehre unter anderem an die Ostsee,
auf die Bahamas und nach Dubai.
Einen Glücksfall in seiner kulinarischen Karriere
stellte dabei der Risotto-Weltmeistertitel dar, den er in Italien errang. Der
Wettstreit um Kreativität und Perfektion rund um das runde Korn zog
Spitzenköche aus aller Welt an, die er mit seinem „Stubenkücken auf
Ingwerrisotto mit Suki-Yaki Sauce" aus dem Feld schlug. Daraufhin wurde er von
legendären Hotels weltweit als Gastkoch eingeladen, denen er bei dieser
Gelegenheit auf die Finger und in die Töpfe schaute. Alleine das Raffles in
Singapur mit seinen zwölf Restaurants war da schon eine halbe lukullische Weltreise.